Prävention in der Pflege: Eine Entwicklung, die Mut macht

Prävention in der Pflege entwickelt sich positiv: Immer mehr Pflegeeinrichtungen setzen auf Gesundheitsförderung, mentale Gesundheit und soziale Teilhabe. Aktuelle Zahlen zeigen, wie groß der Bedarf ist und welche Wirkung ganzheitliche Präventionsangebote entfalten können. Eine Entwicklung, die Mut macht und Lebensqualität nachhaltig stärkt.

von Niklas Oppermann

Prävention in der Pflege: Eine Entwicklung, die Mut macht!

Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das zeigen nicht nur bundesweite Zahlen, sondern auch unsere eigenen Erfahrungen bei Wemento. Und dabei geht es längst um viel mehr als Bewegung und Ernährung.
Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen wird immer vielfältiger. Neben klassischen Themen wie Bewegung, Ernährung oder Sturzprävention rücken auch mentale Gesundheit, soziale Teilhabe, Wertschätzung und Kommunikation stärker in den Mittelpunkt.
Eine Entwicklung, die uns bei Wemento besonders freut. Denn wir erleben seit einigen Jahren, wie das Interesse an Präventionsangeboten wächst und immer mehr Einrichtungen aktiv nach Möglichkeiten suchen, die Lebensqualität ihrer Bewohnerinnen und Bewohner zu stärken.

 

Prävention gewinnt an Bedeutung

Ein Blick auf den GKV-Präventionsbericht 2025 unterstreicht die Bedeutung des Themas: Rund 25 Millionen Euroinvestierte die soziale Pflegeversicherung im Jahr 2024 in Präventionsmaßnahmen nach § 5 SGB XI. Das entspricht einem Anstieg von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden bundesweit mehr als 125.000 pflegebedürftige Menschen erreicht. Auch bei Wemento beobachten wir, dass Gesundheitsförderung in der Pflege zunehmend gefragt ist. Unsere eigenen Projektdaten zeigen, wie sich die Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen und die Reichweite unserer Angebote entwickelt haben.

 

2024: Rund 1.630 Menschen erreicht!

Unsere Projektdaten zeigen, dass wir durchschnittlich 34 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in den beteiligten Einrichtungen erreichen konnten: Im Jahr 2024 haben wir mit 60 Pflegeeinrichtungen zusammengearbeitet und dort verschiedene Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote umgesetzt. Bei einer durchschnittlichen Einrichtungsgröße von 80 Personen waren das insgesamt rund 1.630 pflegebedürftige Menschen. Hinter diesen Zahlen stehen viele persönliche Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Erlebnisse. Gerade bei Angeboten zur mentalen Gesundheit oder biografischen Erinnerungsarbeit erleben wir, wie wertvoll es sein kann, Menschen neue Möglichkeiten der Teilhabe zu eröffnen und für schöne Momente im Alltag zu sorgen.

 

2025: Mehr Einrichtungen, deutlich mehr Menschen erreicht!

2025 konnten wir diese Entwicklung fortsetzen: Mit einer durchschnittlichen Teilnahmequote von knapp 33 Prozent konnten wir insgesamt rund 2.600 pflegebedürftige Menschen mit unseren Präventionsangeboten erreichen. Dabei waren auch größere Einrichtungen vertreten, sodass die durchschnittliche Einrichtungsgröße bei rund 100 Bewohnerinnen und Bewohnern lag. Besonders freut uns aber noch eine andere Entwicklung: Immer häufiger kommen Pflegeeinrichtungen selbst auf uns zu und erkundigen sich nach unseren Angeboten. Sicherlich trägt die überwältigen positive Berichterstattung über unsere Projekte in den Medien dazu bei -und darauf sind wir sehr stolz. Gleichzeitig spüren wir in den Gesprächen, dass das Bewusstsein für Gesundheitsförderung insgesamt wächst und Einrichtungen zunehmend aktiv nach passenden Möglichkeiten suchen. Das ist eine sehr positive Entwicklung, denn damit bekommen immer mehr Menschen Zugang zu Angeboten, die ihr Wohlbefinden und ihre Lebensqualität stärken können.

 

Gesundheitsförderung ist mehr, als viele denken

Wie erleben Menschen ihren Alltag? Fühlen sie sich gehört und wertgeschätzt? Gibt es Möglichkeiten für Begegnungen, Gespräche und persönliche Erinnerungen? Bei Prävention denken viele zunächst an körperliche Gesundheit. Bewegung, Mobilität und Ernährung sind wichtige Themen, aber gerade in Pflegeeinrichtungen spielen auch andere Aspekte eine entscheidende Rolle. Wir stellen uns gemeinsam mit den Einrichtungen die Frage, wie können wir ein Umfeld schaffen können, in dem sich Menschen sicher und respektiert fühlen? Mentale Gesundheit, Empathie, wertschätzende Kommunikation, Gewaltprävention und soziale Teilhabe sind wichtige Bestandteile einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung. Sie können dazu beitragen, das Wohlbefinden zu stärken, Konflikten vorzubeugen und ein respektvolles Miteinander zu fördern. Ein Beispiel aus unserer Arbeit ist das Projekt „Wenn Gedanken auf Reise gehen“. Hier verbinden wir virtuelle Reiseerlebnisse mit biografischer Erinnerungsarbeit. Dabei steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern das, was daraus entstehen kann: Gespräche, Erinnerungen und neue Begegnungen. Diese Ansätze zeigen, wie vielseitig Prävention sein kann, wenn wir die individuellen Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellen.

 

Gute Prävention muss zum Pflegealltag passen

Bei aller Begeisterung für die Möglichkeiten dürfen wir die Rahmenbedingungen in Pflegeeinrichtungen nicht aus dem Blick verlieren. Pflege- und Betreuungskräfte leisten jeden Tag anspruchsvolle Arbeit und zusätzliche Maßnahmen lassen sich nicht einfach beliebig in den Alltag integrieren. Deshalb ist es uns wichtig, Gesundheitsförderung gemeinsam mit den Einrichtungen zu gestalten. Angebote sollten zu den Menschen passen, Mitarbeitende einbeziehen und sich sinnvoll in bestehende Abläufe integrieren lassen. Klar ist: Gute Prävention besteht nicht aus möglichst vielen Einzelmaßnahmen, sondern entstehen dann, wenn Angebote einen tatsächlichen Mehrwert für die Menschen schaffen und möglichst langfristig wirken.

 

Eine Entwicklung, die uns optimistisch stimmt

Dass wir in den vergangenen Jahren mit immer mehr Pflegeeinrichtungen zusammenarbeiten durften und dabei auch deutlich mehr pflegebedürftige Menschen erreicht haben, freut uns sehr.
Noch wichtiger ist für uns aber, dass Prävention zunehmend als fester Bestandteil eines guten Pflegealltags wahrgenommen wird. Wir wünschen uns, dass künftig noch mehr Einrichtungen die Möglichkeiten einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung nutzen können und neben der körperlichen Gesundheit auch mentale Gesundheit, Wertschätzung und soziale Teilhabe stärker in den Mittelpunkt rücken. Denn gute Pflege bedeutet nicht nur, Menschen zu versorgen. Es geht auch darum, Lebensqualität, Wertschätzung und Teilhabe zu ermöglichen. Und genau dabei möchten wir mit unserer Arbeit unterstützen. Mentale Gesundheit beginnt im WIR.

 

Gemeinsam Gesundheitsförderung gestalten

Sie möchten mehr über unsere Präventionsangebote und die Fördermöglichkeiten nach § 5 SGB XI erfahren? Wir freuen uns darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

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Quellen:

  • GKV-Präventionsbericht 2025 (Berichtsjahr 2024);
  • interne Wemento-Projektdaten 2024 und 2025.)