Fördermittel für Pflegeeinrichtungen
Gesundheitsförderung kostet Zeit, Fachwissen und finanzielle Ressourcen. Viele Pflegeeinrichtungen nutzen jedoch nicht alle Möglichkeiten, die Kranken- und Pflegekassen für Prävention und Gesundheitsförderung anbieten. Wir zeigen, was für Mitarbeitende und Bewohner:innen möglich ist.
von Finja Düwel
Fördermittel für Pflegeeinrichtungen
Gesundheitsförderung kostet Zeit, Fachwissen und finanzielle Ressourcen. Viele Pflegeeinrichtungen nutzen jedoch nicht alle Möglichkeiten, die Kranken- und Pflegekassen für Prävention und Gesundheitsförderung anbieten. Besonders relevant sind zwei Ebenen:
- die Gesundheit der Mitarbeitenden
- die Gesundheit der Bewohner:innen
1. Gesundheitsförderung für Mitarbeitende
Für Mitarbeitende können Krankenkassen Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V unterstützen. Gerade für Pflegeeinrichtungen wurde diese Möglichkeit durch das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz gezielt gestärkt.
- Maßnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit
- Stressbewältigung und Ressourcenstärkung
- gesundheitsgerechte Führung
- gesundheitsförderliche Gestaltung der Arbeitsbedingungen
- Beteiligungsformate und Gesundheitszirkel
- Bewegung und körperliche Gesundheit
- Suchtprävention
- Analysen, Befragungen und Workshops
- Qualifizierung von Multiplikator:innen
2. Prävention für Bewohner:innen
Eine zweite Möglichkeit betrifft direkt die pflegebedürftigen Menschen in der Einrichtung. Nach § 5 SGB XI unterstützen Pflegekassen Prävention und Gesundheitsförderung in voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, die gesundheitlichen Ressourcen und Fähigkeiten pflegebedürftiger Menschen zu erhalten und zu stärken. Gleichzeitig sollen gesundheitsförderliche Lebensbedingungen in der Einrichtung entstehen. Der GKV-Spitzenverband unterscheidet fünf zentrale Handlungsfelder:
- Ernährung
- körperliche Aktivität
- kognitive Ressourcen
- psychosoziale Gesundheit
- Prävention von Gewalt
Welche Mittel stehen zur Verfügung?
Dass Prävention in Pflegeeinrichtungen genutzt wird, zeigen aktuelle Zahlen. Im Jahr 2024 investierte die soziale Pflegeversicherung rund 25 Millionen Euro in Präventionsleistungen in stationären Pflegeeinrichtungen. Damit wurden rund 125.000 pflegebedürftige Menschen in mehr als 2.600 Einrichtungen erreicht. [1] Auch für die betriebliche Gesundheitsförderung stellen die gesetzlichen Krankenkassen erhebliche Mittel bereit. Die Ausgaben lagen im Jahr 2024 bundesweit bei rund 282 Millionen Euro. [2] Es gibt also verschiedene Möglichkeiten. Die eigentliche Herausforderung liegt häufig darin, aus einer Idee ein Projekt zu entwickeln, das zu den Anforderungen der Kostenträger und gleichzeitig zum Bedarf der Einrichtung passt.
Wie kommt eine Pflegeeinrichtung an eine Förderung?
- Wir betrachten gemeinsam die Situation in der Einrichtung
- Wir entwickeln passende Projektansätze
- Wir prüfen mögliche Förderwege
- Wir stellen Kontakte zu möglichen Förderpartnern her
- Wir begleiten die Abstimmung mit Kranken- und Pflegekassen
- Wir unterstützen bei Konzepten und Förderanträgen
- Wir begleiten die Projektplanung und Umsetzung
- Wir unterstützen bei Dokumentation, Evaluation und Abschluss
Mitarbeitende und Bewohner:innen zusammendenken
Quellen
[1] Medizinischer Dienst Bund — Präventionsbericht 2025: Investitionen der Krankenkassen erreichen neuen Höchststand (2025) — https://md-bund.de/presse/pressemitteilungen/2025/praeventionsbericht-2025-investitionen-der-krankenkassen-erreichen-neuen-hoechststand.html
[2] Medizinischer Dienst Bund — Präventionsbericht 2025: Investitionen der Krankenkassen erreichen neuen Höchststand (2025) — https://md-bund.de/presse/pressemitteilungen/2025/praeventionsbericht-2025-investitionen-der-krankenkassen-erreichen-neuen-hoechststand.html
[3] GKV-Spitzenverband — Leitfaden Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 5 SGB XI — https://www.gkv-spitzenverband.de/pflegeversicherung/praevention_in_der_pflege/praevention_in_der_pflege.jsp