Growth Mindset in der Schule

„Ich kann das noch nicht.“ Dieser kleine Satz macht einen großen Unterschied. Er beschreibt die Grundidee des Growth Mindsets: "Menschen lernen erfolgreicher, wenn sie daran glauben, dass Entwicklung möglich ist." (Carol Dweck)

von Anja Kessels

Growth Mindset im Schulalltag - Warum Haltung Lernen verändert

„Ich kann das noch nicht.“
Dieser kleine Satz macht einen großen Unterschied. Er beschreibt die Grundidee des Growth Mindsets – also der Überzeugung, dass Fähigkeiten, Lernen und persönliche Entwicklung veränderbar sind.

Die Psychologin Carol Dweck prägte den Begriff und zeigte: Menschen lernen erfolgreicher, wenn sie daran glauben, dass Entwicklung möglich ist. Gerade in Schule hat diese Haltung eine enorme Bedeutung. Denn Schülerinnen und Schüler erleben täglich Erfolg, Misserfolg, Unsicherheit und Bewertung. Die Frage ist dabei nicht nur was sie lernen, sondern auch, wie Erwachsene auf ihre Lernprozesse reagieren.

Warum das Growth Mindset in Schulen so wichtig ist
Kinder entwickeln ihr Selbstbild stark über Rückmeldungen von Lehrkräften. Bestimmte Aussagen können schnell dazu führen, dass Kinder sich mit ihren Schwierigkeiten identifizieren:

  • „Du bist einfach nicht gut in Mathe.“
  • „Du bist unruhig.“
  • „Du kannst dich nicht konzentrieren.“

Ein Growth Mindset verändert den Blickwinkel:

  • Fehler werden als Lernchance verstanden.
  • Entwicklung wird wichtiger als Perfektion.
  • Anstrengung und Strategien werden sichtbar gemacht.
  • Potenziale stehen im Mittelpunkt statt Defizite.

Gerade für psychische Gesundheit und Motivation ist das entscheidend. Schülerinnen und Schüler, die erleben, dass ihnen Entwicklung zugetraut wird, zeigen häufig mehr Selbstvertrauen, Lernbereitschaft und Resilienz.

Wie Lehrkräfte ein Growth Mindset im Schulalltag fördern können

 

1. Sprache bewusst verändern: denn eine sprachliche Veränderungen haben große Wirkung. Sprache beeinflusst Beziehung – und Beziehung beeinflusst Lernen:

  • statt „Das kannst du nicht.“ → „Das kannst du noch nicht.“
  • statt „Du bist unkonzentriert.“ → „Wir schauen gemeinsam, was dir beim Fokussieren helfen kann.“

2. Fehler normalisieren, denn Kinder brauchen die Erfahrung, dass Fehler kein Scheitern bedeuten. Lehrkräfte können offen über eigene Lernprozesse sprechen und eine Kultur schaffen, in der Ausprobieren erlaubt ist

3. Prozesse loben statt nur Ergebnisse. So lernen Kinder, dass Entwicklung wichtiger ist als Perfektion, denn nicht nur gute Noten verdienen Aufmerksamkeit. Wertvoll sind auch:

  • Durchhaltevermögen
  • neue Lösungswege
  • Zusammenarbeit
  • Mut, Fragen zu stellen

4. Beziehung vor Bewertung, denn ein Growth Mindset zeigt sich besonders in herausfordernden Situationen. Kinder brauchen Erwachsene, die hinter Verhalten Bedürfnisse erkennen und Entwicklung weiterhin zutrauen – gerade dann, wenn Lernen schwierig wird.

Haltung verändert Schule

Growth Mindset ist keine Methode, sondern vor allem eine Haltung. Es geht darum, Kindern jeden Tag zu vermitteln: „Du darfst wachsen. Fehler gehören dazu. Entwicklung ist möglich.“ Wenn Schulen diese Haltung bewusst leben, entsteht ein Lernklima, das Leistung und psychische Gesundheit gleichermaßen stärkt. Denn dort, wo Kinder sich sicher, gesehen und ermutigt fühlen, wird Lernen nachhaltig möglich.

Weitere Infos, wie wir uns für mentale Gesundheit an Schulen starkmachen, zum Beispiel mit unserem Projekt AchtsamZeit, gibt es HIER.